Fakten zum Alfred-Kunze-Sportpark

 

Adresse:

- Alftred Kunze Sportpark, Am Sportpark 2, 04179 Leipzig

Name:

- 1950 - 1992: Georg-Schwarz-Sportpark (Benannt nach dem Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus)

- 1992 - heute: Alfred-Kunze-Sportpark (Benannt nach dem legendären Meistertrainer von 1964)

Kapazität:

- aktuell maximal 4.999 Zuschauer (Auflagen des Ordnungsamtes)

- möglich wären

  • Dammsitz 2.721 Sitzplätze
  • Tribüne 927 Sitzplätze
  • Norddamm 14.352 Stehplätze
  • Familienblock 600 Stehplätze
  • Gästeblock  1.600 Stehplätze

- früher - bis zu 30.000 Zuschauer

Besitzer:

- Stadt Leipzig

- die BSG Chemie Leipzig e.V. ist seit 2014 alleiniger Mieter

Vereine:

- 1939 - 1949: SV TuRa 1899

- 1949 - 1990: BSG Chemie Leipzig

- 1990 - 2011: FC Sachsen Leipzig (insolvent, 2004 - 2010 trug der FCS seine Heimspiele im Zentralstadion aus.)

- 2011 - 2014: SG Sachsen Leipzig (insolvent)

- 2011 -         : BSG Chemie Leipzig

 

 

 

Wissenswertes Rund ums Stadion

- 1920 erbaut für Kosten von 512.545,83 Mark - den Bau eines massiven Wirtschaftsgebäudes lehnte die Stadt Leipzig aber ab. Eine einfache Holzbude würde reichen, befanden die Verantwortlichen.

- Früheste Nutzer waren FC Victoria 06 Leutzsch aus dem Arbeitersport, sowie die Vereine "Sparta" und "Jahn". 1923 nutzte auch der SV STurm 1910 den Platz.

- Nach Verbot und Auflösung von Victoria und TSV Jahn im Jahr 1933 durch die Nazis nutzte die SA das Gelände für ihre Ausbildung, später nutzte eine Fliegergruppe des deutschen Luftsport-Verbandes die Anlagen.

- Im Jahr 1936 übernimmt die Tura den Platz und stellt kurz darauf im Spitzenspiel gegen den LSV 1899 einen neuen Zuschauerrekord von 19.200 auf.

- Der Allzeit-Zuschauerrekord für das Stadion liegt bei 32.000 Zuschauern, die 1950 gegen Erfurt nach Leutzsch pilgerten und ein 0:1 erlebten. Am Ende dieser Saison errangen die Leutzscher die DDR-Meisterschaft im Entscheidungsspiel ausgerechnet gegen - Erfurt.

- Der Norddamm wurde 1966 bis 1967 aus Trümmern erbaut, die noch von zerstörten Häusern aus den Bombennächten des Krieges stammten.

- Nach der Wende wurde die Kapazität auf Grund von Umbaumaßnahmen von 22.000 auf 18.000 Zuschauer reduziert. Zur Verfügung stehen seitdem 927 Tribünen-, 2.721 Dammsitz- und 14.352 Stehplätze.

- Das Gelände umfasst neben dem Hauptplatz, drei weitere Rasenplätze, einen Kunstrasenplatz mit Flutlicht und einen Hartplatz.

- Das Geschäftsstellengebäude wurde in den 1920er Jahren errichtet.

- Die Holztribüne auf der Gegengeraden (Dammsitz) stammt von der Regattastrecke am Elsterflutbett und wurde 1948 nach Leutzsch versetzt.

 

 

Chemie Leipzig - 1. deutscher Fußballstadionzaunbesitzer

Ja wir sind Erster, zwar nicht 1. Deutsche Fußballmeister, wie ein nicht mehr existierender Leipziger Fußballverein, sondern stolzer Besitzer des ersten Fußballzaunes in der damaligen DDR und wahrscheinlich auch in der ganzen Bundesrepublik. Culthoch64 hat dazu intensiv recherchiert und ist in Büchern und nach vielen Gesprächen fündig geworden. Mit dem Umbau des Stadions 1965/66 wurde der erste Stadionzaun Deutschlands im Georg Schwarz Sportpark errichtet. So schreibt Tribünen, Tore und Traversen: „Wegen des fanatischen Publikums, der Nähe zwischen Rängen und Spielfeld (ca. zwei Meter) und der kampfbetonten Spielweise der Leutzscher war es hier schon damals nötig, anstatt eines sonst üblichen Geländers einen mannshohen Maschenzaun um das Spielfeld zu ziehen. Damit war das Stadion der „Chemiker" das erste, lange das einzige Stadion der DDR mit solch einer Vorkehrung". Auch die Leutzscher Legende enthält Informationen über die Errichtung des Zaunes: „Die Fans diskutierten mit der Vereinsführung um die Errichtung eines Zaunes um das Spielfeld. Dabei stand dies längst als Bedingung von Seiten der Staatsicherheit fest. Denn den Herren vom MfS war die Begeisterung und die prowestliche Stimmung bei den Spielen von Chemie schon lange ein Dorn im Auge".


Dass dieser Zaun nicht ganz unnütz gewesen ist, hat ja die Leserschaft schon in unserem ersten Heft beim Interview mit einem älteren Chemiker erfahren. Regelmäßig kam es zu Platzstürmen und wurden vor allem die Schiedsrichter von aufgebrachten Fans bedrängt. Das wiederum hing sicherlich mit der manchmal recht parteilichen Ansichtssache der Unparteilichen zusammen. Aber der Zaun hatte auch was gutes, ohne ihn würde es wahrscheinlich keine Zaunsfahnen geben oder hätten im Entscheidungsspiel gegen Union 1984 endlos weißer Fliedersträuße keinen Halt gefunden. Ob es bei Chemie durch den ersten Stadionzaun auch die erste Zaunsfahne gab werden wir natürlich auch versuchen herauszufinden. Wir bleiben dran.

- Quelle: CULThoch64 Ausgabe 3

 

 

CRAMO AGd3syneFörderverein 64 e.V.Leutzscher Elektroanlagen GmbHSkoruppa Projektmanagement GmbHSobotta Bürobedarf Autocenter Kühne