Stadt Leipzig geht Sanierung des Alfred-Kunze-Sportparks an

Stadt Leipzig geht Sanierung des Alfred-Kunze-Sportparks an

Gepostet: 02.10.2018

Stadt Leipzig geht Sanierung des Alfred-Kunze-Sportparks an

Aus der LVZ vom 20.09.2018

"Im Boden des Leutzscher Alfred-Kunze-Sportparks schlummert seit Jahren ein großes Problem. Praktisch alle Wasserleitungen in Leipzigs zweitgrößter Sportstätte sind marode. Mit Hilfe des Bundes soll die Sanierung gelingen.

Leipzig

Der Alfred-Kunze-Sportpark im Stadtteil Leutzsch gehört mit seiner fast 100-jährigen Geschichte nicht nur zu den traditionsreichsten Stadien der Messestadt. Mit gut 38.000 Quadratmeter Fläche ist die Anlage auch die zweitgrößte Sportstätte Leipzigs. In mühsamer Kleinarbeit und mit viel Unterstützung aus der Fanszene versucht Betreiber Chemie Leipzig den AKS seit Jahren zu sanieren. Neuer Familienblock, ertüchtigte Sporthalle und Holztribüne konnten bereits in Eigenleistung geschafft werden. Zu den größten Problemen im Stadion gehören allerdings die völlig maroden Leitungen unterhalb der Grasnarben. Stadioneigner Stadt Leipzig und Betreiber suchen schon lange nach einem Weg, die Reparaturen auf den Weg bringen zu können. Mit finanzieller Hilfe aus Berlin könnte dieses Vorhaben nun endlich klappen.

„Es gibt ein extrem kurzfristig aufgelegtes Förderprogramm des Bundes über insgesamt 100 Millionen Euro für kommunale Gebäude“, erklärt Christopher Zenker (SPD), Vorsitzender des Sportausschusses im Leipziger Stadtrat, am Donnerstag gegenüber LVZ.de. Das Bundesinnenministerium will damit bis 2022 „Projekte mit überdurchschnittlichem Investitionsvolumen und mit hohem Innovationspotenzial“ fördern. Dazu passt auch das legendäre Leutzscher Stadion, findet Zenker. „Weil der Schwerpunkt der Bewilligungen in diesem Jahr auf den Sport gelegt wurde, denken wir, dass er Alfred-Kunze-Sportpark auch gute Chancen auf eine Förderung hat.“

Angeschoben wurde die Idee im Dezernat von Sportbürgermeister Heiko Rosenthal (Linke), der auch persönlich als Projektleiter genannt wird. Im Amt für Sport wurde in den vergangenen Wochen ein Förderantrag ausgearbeitet, der eine Gesamtinvestition von vier Millionen Euro vorsieht. 2,2 Millionen Euro davon wären Eigenmittel, müssten Teil des neuen Haushaltsplanes werden. Weitere 1,8 Millionen kämen bei einer Bewilligung aus dem Berliner Fördertopf dazu.

Große Stadtratsmehrheit für Antrag
Sollte ein positives Signal aus dem Innenministerium erfolgen, gilt die Bewilligung bei den anstehenden Leipziger Haushaltsverhandlungen im Herbst als höchstwahrscheinlich. Zumal schon am Mittwoch ein Gesuch von Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD), den AKS zusammen mit der Stadtteilbibliothek in der Südvorstadt, der Glasfassade des Gewandhauses und mit dem Schauspiel Leipzig sanieren zu lassen, auf viel Wohlwollen stieß: „Als Vorsitzender des Sportausschusses freut es mich natürlich besonders, dass der Antrag gestern fast einstimmig beschlossen wurde und der Alfred-Kunze-Sportpark in diesem Umfang dabei ist“, so Sportausschuss-Chef Zenker weiter.

Planungsmittel waren schon bewilligt
Vorteilhaft für die Bewerbung des Kunze-Sportparks in Berlin ist dabei auch: Viele der notwendigen Arbeiten sind schon vorgedacht und konnten genau beziffert werden. „Es ist ein Glücksfall, dass wir bereits im vergangenen Jahr Planungsmittel für die Sanierung des AKS beschlossen hatten und so nun jetzt die Grundlagen für die weiteren Arbeiten schon gelegt sind“, sagte Zenker.

Auf der Liste der notwendigen Arbeiten im Untergrund des AKS stehen nun alle Abwasser- und Trinkwasserleitungen auf dem Gelände, der Bau neuer Regenwasserleitungen, der Anschluss von Drainageleitungen, die Entwässerungen von Plätzen sowie der Anschluss der Leitungen an den gesamten Gebäudebestand auf dem Areal. Wie es im Förderantrag weiter heißt, sind die beantragten Baumaßnahmen Grundlage für künftige Sanierungen im Stadion: der Neubau von zwei Kunstrasenfeldern mit Flutlicht für zwei Millionen Euro, sowie die Sanierung von Sozialgebäuden und Tribünen in Leutzsch für geschätzte neun Millionen Euro.

Übrigens: Dass die Sanierung des Stadions dringend notwendig ist, steht für Fans von Chemie Leipzig natürlich außer Frage. Darüber hinaus ist der Kunze-Sportpark aber auch für die Entwicklung des Sports in Leipzig von erheblicher Bedeutung, führt die Stadtverwaltung aus. Der Breitensport und Vereinsfußball in der Messestadt wachse rasant und in der direkten Umgebung des Stadions, in Böhlitz-Ehrenberg und Möckern, entstehen in den kommenden Jahren neue Wohngebiete. Das werde den Nutzungsdruck auf das legendäre Stadion weiter verstärken. Durch die Sanierung soll der AKS künftig nicht nur besser ausgelastet, sondern die wachsende Zahl an Fußballinteressierten im Westen Leipzig auch aufgefangen werden.

Von Matthias Puppe"

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